Botanik in Sardinien

Traumhafte Botanik auf sardinien

Letzte Woche hatte ich wieder das große Glück, ein paar Tage auf Sardinien weilen zu dürfen. Hier findet man eine einzigartige Botanik vor, speziell in dieser Jahreszeit. Schon beim Verlassen des Flughafengebäudes in Olbia empfängt mich der süße und gleichzeitig würzige Duft der Kräuter, die dort in den Beeten stehen (vor allem Rosmarin, Schopflavendel und Currykraut). Diesen 'dufte' Empfang erlebe ich nur hier.

Dann schnell das Mietauto geholt und dann los in Richtung Süden: Durch die verschiedenartige Landschaft vom Meer bis zum Gebirge ist die Botanik hier besonders vielfältig. Hier finde ich auch meine absolute Lieblingsblume, den Affodill. Er zeigt sich auf stark beweideten Flächen mit seinen fast meterhohen Stängeln, auf denen schöne weiße Sterne funkeln. Für mich gibt es kein schöneres Bild, als eine Rinderherde inmitten dieser weißen Pracht!

Neben den großen Wolfsmilchgewächsen fällt auch das große Rutenkraut auf, das jetzt schon über 2 Meter hoch geschossen ist. Wegen seiner Ähnlichkeit zum Fenchel wird es auch 'Riesenfenchel' genannt, jedoch hat das eine mit dem anderen nichts zu tun. Der Fenchel ist jetzt gerade erst am Anfang seiner Vegetation und wird erst im Sommer mit seinen wohlschmeckenden Blüten aufwarten.

Ein besonderes Highlight sind die verschiedenen Zistrosen-'Wälder', die schon jetzt mit ihren pinkfarbenen Blüten aus der Landschaft grüßen. Außer der rosa blühenden -kretischen Zistrose findet man in Sardinien auch die weißblühende 'Montpellier Zistrose'. Sie ist besonders aromatisch im Duft und besitzt besonders klebrige, harzige Blätter. Ich habe beide Arten gesammelt und getrocknet. Die jungen Triebe und Knospen der kretischen Zistrose sind als wirksames Heilmittel bei bakteriellen Infekten bekannt. Darüber hinaus soll sie auch kreislaufwirksam sein und sogar hilfreich bei viralen Infekten. Außerdem hat sie ein kräftiges Aroma, welches zusammen mit dem Saft einer halben Zitrone und etwas Honig als Tee ganz nebenbei auch gut scheckt. Aus den weißen Zistrosen habe ich mittlerweile mit Kakaobutter und  etwas Borretschöl einen feinen Balsam für die Hände gefertigt. 

A propos Honig: Ein häufiger Baum in der Macchia ist der sogenannte Erdbeerbaum. Er ist in Italien und Spanien relativ verbreitet (Im Wappen von Madrid sieht man einen Bär, der vom Erdbeerbaum nascht). Mit unseren Erdbeeren hat der Baum nichts zu tun, ausser vielleicht die rote Farbe der Früchte. Diese sind an sich relativ geschmacklos und enthalten kleine harte Kernchen. Der lateinische Name des Erdbeerbaums 'Arbutus Unedo' (übersetzt: Ich nehme nur einen), läßt es erahnen, dass wir hier keine große Delikatesse vor uns haben. Und doch sollten sich Leckermäuler den Baum merken: Der Baum blüht im mediterranen Winter, so daß die Bienen mangels Alternativen einen ziemlich sortenreinen Honig herstellen. Dieser Honig ist nicht pappsüß, wie der sommerliche Blütenhonig, sondern wird als 'Miele Amaro' also bitterer Honig verkauft. Ein ungewöhnlicher Geschmack und echtes Elixier. 

Soviel für heute von meinen botanischen Begegnungen auf der Mittelmeer-Insel. Viel Spaß beim Betrachten der Bilder!

Zistrosen

Die rosafarbene Pracht ist nicht nur ein Augenschmaus, sie duftet auch typisch. 

Zistrosen sind besondere Pflanzen, die in der Pflanzenmedizin vielfältig eingesetzt werden.

Ich finde die ganze Gestalt der Pflanze faszinierend und meine, man kann sich gut vorstellen, wie viel Power in ihr steckt

 



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